Rotes Haar

Fluch und/oder Segen

Mein rotes Haar begleitet mich natürlich seit meiner Geburt.

Als Baby habe ich die Andersartigkeit gewiss nicht wahrgenommen. Schön, dass früher eher die Schwarzweißfotografie gepflegt wurde.

Die Kinderfotos sind dann wieder besonders: Ich falle immer irgendwie auf. Auf den Bildern bin ich an der Seite meines dunkelhaarigen Cousins immer der Rotschopf.

Gut oder auch schade, dass mir meine Mutter immer einen Kurzhaarschnitt verpasst hat. Für sie war es einfacher zu pflegen, für mich war es ein zusätzliches Merkmal in der Mädchenschar aufzufallen. Oder hat mich dies eventuell vor mehr Aufmerksamkeit geschützt? Wer weiß es schon.

Im Kindergarten und in der Schule wurde ich mit besonderen Namen geehrt. Das hat dazu geführt, dass es mir immer bewusster wurde, dass ich etwas Spezielles hatte – für Kinder kein Segen. Ich gehörte irgendwie nicht zu den Normalos.

Im Laufe der Jahre wurde es nicht besser. Im Gymnasium musste ich mich in der Stadt regelrecht verstecken, falls ich den Unterricht schwänzen wollte. Aus der Ferne konnten mich sonst die Lehrer erkennen. Keine Chance sich in der Fußgängerzone aufzuhalten. Ich wurde immer wieder entdeckt.

Ab 19 fiel die Andersartigkeit besonders den Jungs auf und Mythen über Rothaarige heizten die Stimmung noch mehr auf. Das sexy Merkmal blieb mir für die nächsten 20 Jahre erhalten. Auf meiner Haarfarbe reduziert zu werden, war mir unangenehm. Doch dies zu überspielen wurde zur Kunst.

Endlich stehe ich dazu, doch nun verblasst der Charme. Verrückt! Es hat lange gebraucht und plötzlich ändert es sich wieder. Brauntöne und matter Glanz verdecken das einst schwierige Kennzeichen. Aber jetzt bin ich im Herzen „rothaarig“. All die zugeschriebenen Charakteristika haben sich eingebrannt und angepasst lebe ich mit diesen: Hexe, Verführerin oder einfach Böses – einfach anders!

Ich verarbeite zur Zeit dieses Thema in einem Malkurs. Auffällig und feuerrot sieht man mein Selbtsportrait vor einem komplementären Tannenwald. Etwas traurig im Blick, der dichte Wald, es wirkt leicht unheimlich. Allerdings gefestigt.

P.S.: Ich habe recherchiert, ob es Personen gibt, die ähnliche Gedanken haben. Und siehe da, es ist sogar Thema einer Masterarbeit! Das wundert mich jetzt sehr und beruhigt mich gleichzeitig. Ich bin nicht alleine! 🙂

Entschluss

ENTschluss, oder Schluss mit der Suche, mit der Suche nach dem EnT/D?

Die Vorsilbe drückt aus, dass mir ein Gegenstand oder ein Thema, welches mich beschäftigt, weggenommen wird oder ich von einer Angelegenheit befreit werde. Passt gerade thematisch! ENT klingt sehr befreiend für mich. SCHLUSS setzt einen Prozess, eine Entwicklung voraus.

Wie aus dem Nichts steht „ein plötzlicher, löblicher, weiser Entschluss“ fest. Plötzlich kam er nicht, eher sich latent entwickelt. Löblich? Das kann ich auch nicht beurteilen. Aber fest steht, er trägt mich mit Leichtigkeit und beflügelt meine Gedanken. Meine durch Überlegungen gewonnene Absicht, etwas Bestimmtes zu tun, ist hiermit abgeschlossen. Zumindest zu dem betreffenden Thema.

Es hat eine gewisse Zeit gebraucht, sich über eigene Gefühle klar zu werden, Erwartungen und Erfüllungen abzugleichen, Vor- und Nachteile zu sortieren. Eine Durststrecke lang kann man auch von unerfüllten Hoffnungen zehren, doch auch bei mir setzt irgendwann der kühle Verstand ein:

ENT/D!

ENTkräftet entDEcke ich mein ENTkommen aus dem ENTsetzen. 

Nach ENTbehrungen entSINN ich mich.

ENTschluss!

Es entFACHT ein neuer ENTwurf für mich – Zuversicht ENTspringt.

ENTspannt blicke ich in die Zukunft.

Meine Abhängigkeiten

und 9 Schritte wie ich mit ihnen umgehen könnte:

  1. Ich erkenne, dass ich ihnen verfallen bin.
  2. Ich fasse den Entschluss, dass ich selbst meinen Willen steuern kann.
  3. Ich schaffe mir gedanklich einen Überblick über die einzelnen Abhängigkeiten und ihren Ausprägungen.
  4. Ich gestehe mir (und eventuell anderen Menschen gegenüber) mein Verhalten ein.
  5. Ich erkläre mich innerlich bereit, diese Verhaltensweisen – so weit notwendig – für mich zu ändern.
  6. Ich versuche mit Abhängigkeiten, die ich nicht ändern möchte oder kann, weiterhin zu leben.
  7. Ich werde regelmäßig meine Abhängigkeiten überprüfen.
  8. Ich kämpfe um meine Unabhängigkeit.
  9. Ich stehe zu meiner Abhängigkeit.